Tachomanipulation

Autor: Malte Satow

von Malte Satow

December 13, 2019

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Der Gebrauchtwagenmarkt wächst in Deutschland stetig an. Immer mehr Autokäufer entscheiden sich für ein gebrauchtes Modell statt eines Neuwagens. Was viele Autofahrer dabei nicht wissen, bei etwa jedem drittem verkauften Gebrauchtwagen wurde der Kilometerzähler manipuliert.

Die Kilometeranzahl ist neben dem Baujahr das wichtigste Merkmal zu Wertbestimmung eines Fahrzeuges. Laut Untersuchungen der Polizei verfälscht sich durch eine Tachomanipulation der Fahrzeugwert um durchschnittlich 3.000 Euro. Bei ca. 2 Millionen verkauften Gebrauchtwagen 2018 beträgt der durch Tachomanipulation entstandene Schaden mehr als 6 Milliarden Euro. Wie Sie sich vor solch einem Betrug schützen können und einen manipulierten Kilometerstand erkennen können, erfahren Sie hier.

Der Vorgang des Rückstellens

Das Zurückdrehen des Kilometertstandes bei einem Auto ist ein leichter Prozess. Alles was man dafür benötigt ist ein kleines Gerät, welches legal und für unter 100 Euro erhältlich ist. Dieses Gerät wird anschließend mit einer Software programmiert und an den Diagnose-Stecker eines Fahrzeuges geschlossen. Innerhalb kürzester Zeit ändert nun der Kilonmeterzähler die Laufleistung.

Generell gibt es kaum ein Fahrzeug, welches vor einer Manipulation sicher ist. Selbst neue Modelle können genauso leicht manipuliert werden wie Ältere. Das liegt auch daran, dass alle Hersteller seit dem Jahr 2000 dazu verpflichtet sind einen Diagnose Stecker in Autos zu integrieren.

Häufig übernehmen spezielle Agenturen die Tachomanipulation für Privatpersonen. Debei wird sich meist auf einem abgelegenen Parkplatz getroffen und innerhalb ein paar Minuten der Tacho zurückgedreht.

Rechtliche Konsequenzen einer Tachomaipulation

Auch wenn es verlockend klingen mag den Wert eines Fahrzeuges durch einen kleinen Handgriff um mehrere Tausend Euro zu steigern, ist diese Praxis illegal und wird hart bestraft. Wenn eine Manipulation des Kilometerzählers nachgewiesen wird, droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Auch wer einer Tachomanipulation in Auftrag gibt, kann mit einer hohen Geldstrafe bestraft werden. Ebenfalls ist der Besitz oder Verkauf der benötigten Software für die Manipulation illegal. Die Hardware, das Gerät zur Tachomanipulation, ist dagegen legal. Diese Gesetzeslücke wurde schon häufig kritisiert und ist wohl mitverantwortlich für die hohe Anzahl der manipulierten Fahrzeuge auf dem Markt.

Das Problem der Tachofälschung ist schon länger bekannt. Mehrere Institutionen fordern dabei eine stärkeres Bemühen der Automobilhersteller. Denn technisch ist ein Schutz gegen Tachomanipulation von Werk aus möglich, für die Hersteller würden sich die zusätzlichen Entwicklungskosten allerdings nicht rentieren. Auch ein Verbot der Hardware zur Manipulation wird diskutiert, allerdings würde dies die Situation wohlmöglich nicht verbessern, da viele Anbieter aus dem Ausland stammen.

Wie Sie eine Tachomanipulation erkennen können

Wenn Sie auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen sind sollten Sie besonders aufmerksam sein. Eine Tachomanipulation ist nicht schwer durchzuführen und viele der Angebote auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind manipuliert. Betrachten Sie daher die Kilometeranzahl immer kritisch. Dieses Tipps könnten Ihnen dabei helfen eine Tachomanipulation zu erkennen:

Maroder Innenraum des Fahrzeugs

Als erstes sollten Sie darauf achten wie abgenutzt der Innenraum des Autos ist. Passt die Kilometeranzahl zur Einbeulung der Sitze und dem Griffabrieb des Lenkrades? Wenn Ihnen etwas ungewöhnliches auffällt, sollte Sie anschließend noch aufmerksamer bei der Begutachtung sein

Generell ist das Aufsuchen eines Fahrzeugprüfers die einzige und sicherste Möglichkeit eine Tachomanipulation zu erkennen

Vergleich von Ölwechsel und Kilometeranzahl

Wenn man sein Auto in die Werkstatt zum Ölwechsel bringt, wird ein kleiner Sticker unter das Lenkrad angebracht, der markiert wann das Fahrzeug das nächsten Mal zum Ölwechseln erscheinen sollte. Ein Ölwechsel sollte normalerweise alle 30.000 Kilometer erfolgen. Wenn Sie sich nun einen Gebrauchtwagen anschauen und dieser Sticker nun eine Ölwechsel bei 170.000 Kilometern anzeigt, der Tacho aber eine Laufleistung von 90.000 Kilometern anzeigt, wurde entweder das Öl nicht gewechselt (unwahrscheinlich) oder der Tacho manipuliert (wahrscheinlich).

Inspektionsheft zeigen lassen

Fragen Sie den Verkäufer nach dem Insepktionsheft. Dort dokumentieren Mitarbeiter einer Werkstatt neben den durchgeführten Arbeiten auch den Kilometerstand. Wenn kein Inspektionsheft vorhanden ist oder Auffälligkeiten der Laufleistungen erkennbar sind, ist von einem Kauf abzuraten.

Auch wenn Sie alle diese Aspekte beachten, lässt sich eine Fahrzeugmanipulation für den Laien nur in den seltensten Fällen erkennen. Sicherheit bietet dann ein professioneller Fahrzeugprüfer wie etwa Dekra, TÜV oder Hüsges. Durch eine komplette Untersuchung des Fahrzeuges kann festgestellt werden, ob es sich um eine Manipulation handelt oder nicht. Denn neben dem Kilometerzähler wird die Laufleistung in verschiedenen Bauteilen eines Autos gespeichert. Diese Bauteile werden von den Betrügern in der Regel nicht beachtet, da die Umprogrammierung aller Bauteile einen enormen Aufwand bedeuten würde.

Tachomanipulatin ausschließen - ganz einfach mit abracar!

Wenn Sie ein Fahrzeug bei abracar kaufen, können Sie eine Fahrzeugmanipulation ausschließen. Denn vor dem Verkauf erhält jeder Gebrauchtwagen eine solche Begutachtung durch einen professionellen Fahrzeugprüfer. Das beste für Sie dabei ist, dass diese Prüfung kostenlos für Sie ist. Somit erhalten Sie Sicherheit ohne zusätzliche Kosten.


Autor: Malte Satow

Malte Satow

Auto-Enthusiast und Blogautor


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